Dieses Flussdiagramm erklärt, wie sich die Preissteuerung in SAP auf die Buchungen im Procure-to-Pay-Prozess (P2P) auswirkt – von der Bestellung über den Wareneingang bis zum Rechnungseingang. Dabei werden Standardpreis (S) und gleitender Durchschnittspreis (V) gegenübergestellt und insbesondere die Behandlung von Preisdifferenzen bei der Rechnungsbuchung dargestellt.
Von der Bestellung bis zum Wareneingang
Der Prozess beginnt mit der Anlage einer Bestellung und wird mit dem Wareneingang fortgesetzt. Beim Wareneingang hängt die Buchung unter anderem davon ab, ob es sich um ein lagergeführtes Material oder um Verbrauchsmaterial handelt.
Bei lagergeführtem Material wird der Wert auf Bestand (BSX) gebucht. Bei Verbrauchsmaterial erfolgt die Belastung über Verbrauch (GBB). Die Gegenbuchung erfolgt über die WE/RE-Verrechnung (WRX).
Anschließend unterscheidet das Diagramm zwischen den beiden Formen der Preissteuerung:
- S – Standardpreis
- V – Gleitender Durchschnittspreis
Der wesentliche Unterschied wird vor allem dann sichtbar, wenn beim Rechnungseingang eine Preisabweichung entsteht.
Rechnungseingang bei Standardpreis
Bei Materialien mit Preissteuerung S bleibt die Bestandsbewertung grundsätzlich auf dem festgelegten Standardpreis basiert.
Entsteht beim Rechnungseingang (MIRO) eine Differenz zwischen dem relevanten Einkaufs- bzw. Bewertungsbetrag und dem Rechnungsbetrag des Lieferanten, wird diese Abweichung im dargestellten Ablauf auf das Konto für Preisdifferenzen (PRD) gebucht, anstatt den Bestandswert zu verändern.
Der Ablauf lässt sich wie folgt zusammenfassen:
- Die WE/RE-Verrechnung wird ausgeglichen.
- Die Verbindlichkeit gegenüber dem Kreditor wird gebucht.
- Die Preisabweichung wird auf PRD gebucht.
- Der Bestandswert bleibt durch diese Rechnungsdifferenz unverändert.
Damit wird die Preisabweichung bei Standardpreis getrennt von der eigentlichen Bestandsbewertung behandelt.
Rechnungseingang bei gleitendem Durchschnittspreis
Bei Preissteuerung V enthält das Diagramm einen zusätzlichen Entscheidungspunkt: Es wird geprüft, wie viel Bestand zum Zeitpunkt des Rechnungseingangs noch verfügbar ist.
Ist ausreichend Bestand vorhanden, kann die dargestellte Preisdifferenz dem Bestand zugeordnet werden. Dadurch werden der Bestandswert und der gleitende Durchschnittspreis angepasst.
Ist nur noch ein Teil des Bestands verfügbar, wird die Differenz laut Diagramm zwischen Bestand (BSX) und Preisdifferenz (PRD) aufgeteilt. Ist kein entsprechender Bestand mehr vorhanden, wird die Differenz auf PRD gebucht, anstatt den Bestand zu verändern.
Die Behandlung einer Rechnungsdifferenz bei gleitendem Durchschnittspreis hängt damit wesentlich von der zum Buchungszeitpunkt vorhandenen Bestandsmenge ab.
Verwendete Kontoschlüssel
Im Diagramm werden vier wichtige SAP-Kontoschlüssel verwendet:
- BSX – Bestandsbuchung
- WRX – WE/RE-Verrechnung
- PRD – Preisdifferenz
- GBB – Verbrauch bzw. Gegenbuchung zur Bestandsbuchung
Wichtigste Erkenntnisse
- Standardpreis (S): Rechnungsbedingte Preisabweichungen werden auf ein Preisdifferenzkonto gebucht; der Standardwert des Bestands bleibt unverändert.
- Gleitender Durchschnittspreis (V): Preisabweichungen können den Bestandswert und den gleitenden Durchschnittspreis verändern, sofern entsprechender Bestand vorhanden ist.
- Bei Preissteuerung V ist der verfügbare Bestand zum Zeitpunkt des Rechnungseingangs ein wichtiger Entscheidungspunkt.
- Die WE/RE-Verrechnung verbindet die Buchungswirkungen von Wareneingang und Rechnungseingang.
Editor Note: Die im Diagramm dargestellten Soll-/Haben-Buchungen beziehen sich auf eine bestimmte Richtung der Preisabweichung. Bei einer Preisabweichung in die entgegengesetzte Richtung können sich die jeweiligen Buchungsrichtungen entsprechend umkehren.